Was ist die Kostendeckende Einspeisevergütung?

Definition

Die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ist das zum 1. Januar 2018 ausgelaufene System zur Förderung des Betriebs von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien. Die Einführung erfolgte am 26. Juni 2009 durch eine Änderung des Schweizer Energiegesetzes (EnG) vom 26. Juni 1998. Die KEV stellt einen festen, kostendeckenden Zuschuss zu den Betriebskosten von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien dar. Mit der Novelle des EnG vom 30. September 2016, in Kraft getreten zum 1. Januar 2018, wurde die bisherige KEV durch das neue Einspeisevergütungssystems (EVS) abgelöst.

Idee und Erfolg der KEV-Förderung

Mit dem 26. Juni 2009 wurde in der Schweiz ein Fördersystem zum verstärkten Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien geschaffen. Ziel des Bundes war dabei, Investitionen in den Aufbau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien möglichst gering zu halten und Anreize für einen schnellen Ausbau der erneuerbaren Energieinfrastruktur der Schweiz zu setzen.

Das KEV- Förderprogramm war vom Start weg sehr erfolgreich:  Schnell bildete sich für die Antragsstellung ein administrativer Engpass beim Bundesamt für Energie. Zeitweise warteten über 37‘000 Anlagen auf einer Warteliste auf die Finanzierungszuschüsse zum Anlagenbau, wie die Aargauer Zeitung berichtete. Ebenso schnell war absehbar, dass die gesetzlich zur Verfügung stehenden Fördermittel bereits 2018 ausgeschöpft sein würden. Mit der Energiestrategie 2050 fand das Parlament jedoch eine Anschlussgesetzgebung, die zur Ablösung der KEV durch dasEinspeisevergütungssystem (EVS)und die Einführung der Direktvermarktungspflichtfür bestimmte Energieträger und Anlagengrößen führte.

Finanzierung der KEV

Die Finanzierung der KEV-Zuschüsse erfolgt durch einen umlagefinanzierten Zuschlag auf die Hochspannungsnetze von 1,5 Rappen pro Kilowattstunde, mit der Neufassung des Energiegesetzes vom 1. Januar 2018 erhöhte sich dieser Betrag auf 2,3 Rappen pro kWh. Der so gespeiste Netzzuschlagfonds wurde bis Anfang 2018 von der Stiftung „Kostendeckende Einspeisevergütung“ verwaltet, seitdem hat das UVEK (Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) die Administration übernommen.

Welche Anlagen waren bzw. sind zu einer Förderung nach KEV berechtigt?

Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren mit den folgenden Energieträgern erhielten bzw. erhalten die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV):

  • Wasserkraft
  • Photovoltaik
  • Abfälle aus Biomasse
  • Geothermie
  • Biomasse
  • Windenergie

Auszahlung von Einmalvergütungen vor dem 1. Januar 2018

Einmalvergütungen, also einmal ausgezahlte Investitionszuschüsse zur Finanzierung des Anlagenbaus und Betriebs, waren bis zum 1. Januar 2018 ausschliesslich für kleinere Anlagen bis zu einer installierten Leistung von 30 kW vorgesehen. Antragsteller konnten bis zu 30 Prozent der Investitionskosten für den Anlagenbau zuschießen lassen; ein Angebot, von dem insbesondere Betreiber von Photovoltaikanlagen gerne Gebrauch machten und so die Warteliste für die Einmalvergütung füllten.

Da sich der Fördertopf aufgrund der regen Bautätigkeit nicht schnell genug aus den Netzzuschlägen füllen konnte, mussten immer wieder Stopps bei den Antragsgenehmigungen eingelegt werden. Die gleichzeitig einsetzende Kostendegression für die eigentlichen Anlagenkosten führte jedoch dazu, dass viele Schweizer sich auch ohne Förderung für den Bau einer PV-Anlage auf ihrem Dach entschieden. Da hier nur Strom für den Eigenbedarf produziert wird, können sich die Kleinstanlagenbesitzer die Netzkosten für die Einspeisung sparen.

Reform der KEV und Einführung des Einspeisevergütungssystems zum 1. Januar 2018

Mit dem 1. Januar 2018 löste der Bund die bisherige KEV durch das Einspeisevergütungssystem ab. Dieses behält zwar die Abkürzung „KEV“ für die Förderung bei – jedoch ausdrücklich nicht mehr als kostendeckende, sondern als kostenorientierte Einspeisevergütung. Die Garantie für die Deckung der Anlagenkosten ist damit entfallen.

Die gleichzeitige Öffnung des Wegs in die Direktvermarktung von nachhaltig erzeugtem Strom in der Schweiz eröffnet aber gleichzeitig für Anlagenbetreiber neue Perspektiven – auch über das absehbare Ende des Förderungszeitraums von 20 beziehungsweise 15 Jahren hinaus.