FAQs Wasserkraft

Wie viel Leistung muss Ihre Wasserkraftanlage zum Einstieg ins Virtuelle Kraftwerk vorweisen? Wie funktioniert die Integration? Welche Mehrerlöse können durch die Direktvermarktung und die Bereitstellung von Regelenergie erzielt werden und welche Voraussetzungen muss Ihre Wasserkraftanlage erfüllen? Diese und noch weitere Fragen beantworten wir in unseren häufig gestellten Fragen zum Thema Wasserkraft im Virtuellen Kraftwerk von Suisse Next.

Wie viel Leistung muss eine Wasserkraftanlage für die Teilnahme im Virtuellen Kraftwerk haben?

Die Vermarktung von Strom aus einer Wasserkraftanlage ist ab einer installierten Leistung von ca. 250 kW sinnvoll.

Welche Produkte bietet Next Kraftwerke für Wasserkraftanlagen?

Wasserkraftanlagen eignen sich, neben der Stromproduktion für die Direktvermarktung, grundsätzlich auch zur Bereitstellung von Regelenergie. So lässt sich durch eine Drosselung oder Steigerung der die Turbine anströmenden Wassermenge positive oder negative Regelenergie bereitstellen. Da es viele unterschiedliche Typen von Wasserkraftwerken gibt, beraten wir alle Anlagenbesitzer individuell zu den Möglichkeiten ihrer Wasserkraftanlage.

Welchen Nutzen hat die Integration in das Virtuelle Kraftwerk?

Durch die Teilnahme am Virtuellen Kraftwerk können Sie auch mit Anlagen kleiner als 5 MW am Regelenergiemarkt teilnehmen. Mit Hilfe unseres hauseigenen Stromhandels, der anhand eigener Analysen und Prognosen Ihren Strom meistbietend direkt an der Strombörse verkauft, sind zudem bessere Erlöse aus der Stromvermarktung möglich.

Was ist eigentlich Regelenergie?

Auf dem Regelenergiemarkt wird kurzfristig verfügbarer Strom bereitgestellt, um Netzschwankungen auszugleichen. Diese entstehen immer dann, wenn zu viel oder zu wenig Elektrizität produziert wird – zum Beispiel aufgrund der naturgegebenen Schwankungen von Solar oder Windkraft. Es ist daher für eine moderne Stromversorgung ungemein wichtig, kurzfristig verfügbare Kapazitäten – eben die Regelenergie – vorzuhalten. Durch ihre flexible Fahrweise eignen sich Biogasanlagen hervorragend für die Bereitstellung von Kapazitätsreserven. Unser Team aus erfahrenen Analysten und Händlern sorgt dafür, dass Sie auf dem Regelenergiemarkt die besten Preise erzielen.

Welche Arten von Regelenergie können Wasserkraftanlagen bereitstellen?

Die meisten Wasserkraftanlagen sind in der Lage sowohl positive als auch negative Regelenergie bereitzustellen. Da beim Abruf von Regelenergie die Schnelligkeit des Abrufs für die Höhe des Erlöses entscheidend ist, prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, ob Ihre Anlage sich zur Bereitstellung der vergleichsweise trägen Tertiärregelleistung, der schnelleren Sekundärregelleistung (SRL) oder der kontinuierlichen Primärregelleistung (PRL) eignet. Für die SRL gilt beispielsweise folgende Faustregel: Die Anlage muss innert 10 Sekunden auf das Regelsignal reagieren und fortlaufend 5 Prozent der Nennleistung pro Sekunde verändern.

Wie findet ein Regelenergieabruf aus dem Virtuellen Kraftwerk statt?

Regelenergieabrufe, egal ob es sich um TRL, SRL oder PRL handelt, werden vom Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) eingesetzt, um Lastschwankungen im Stromnetz auszugleichen. Der ÜNB übermittelt elektronisch eine Regelenergieanforderung an das Virtuelle Kraftwerk. Hier wird die Anforderung verarbeitet und an die Anlagen des Virtuellen Kraftwerks übermittelt. In der Anlage übernimmt dann die Next Box, innerhalb der vom Anlagenbetreiber festgelegten Restriktionen, die Drosselung oder Steigerung der Stromerzeugung in der Anlage.

Wie lange dauert ein Regelenergieabruf?

Länge und Häufigkeit der Regelenergieabrufe hängen vom Bedarf der Übertragungsnetzbetreiber ab. Abrufe von Sekundärreserveleistung (SRL) kommen häufiger vor und dauern meist nur wenige Sekunden bis einige Minuten. Abrufe von Tertiärreserveleistung (TRL) sind seltener und länger. Primärreserveleistung (PRL) wird hingegen kontinuierlich über die Next Box abgerufen; die Fahrpläne werden dazu entsprechend angepasst.

Welche Änderungen finden im Betriebsablauf der Wasserkraftanlage statt?

Im alltäglichen Betrieb ändert sich wenig. Das was sich ändert, stimmen wir selbstverständlich vorher gemeinsam im Detail ab. Denn auch mit der Anbindung an das Virtuelle Kraftwerk gilt: Sie behalten die Hoheit über Ihre Wasserkraftanlage. Regelenergieabrufe werden nur innerhalb der von Ihnen festgelegten Restriktionen
durchgeführt.

Kann es durch Regelenergieabrufe zu Ertragsausfällen kommen?

Grundsätzlich nein. Denn auch wenn während eines negativen Regelenergieabrufes die Kraftwerksleistung gedrosselt werden muss – der Erlös aus dem Regelenergieabruf ist in jedem Fall größer als der Erlös, den Sie für die gleiche Strommenge an der Strombörse erhalten hätten.

Eine Ausnahme hierfür stellt die SRL dar. Hier können die Arbeitspreiserlöse geringer als die Erlöse an der Strombörse bzw. die Erlöse aus der Einspeisevergütung sein. Allerdings werden auch diese Verluste auf der Arbeitspreisseite durch die hohen Leistungspreise überkompensiert.

Müssen Fahrpläne und Einspeiseprognosen erstellt werden?

Nein, diese Aufgabe übernehmen wir. Sollte jedoch absehbar sein, dass Ihre Anlage für einen bestimmten oder unbestimmten Zeitraum nicht zur Verfügung steht, müssen Sie Ihre Anlage in unserem Kundenportal abmelden.

Wie melde ich Wartungsarbeiten und Ausfälle an der Anlage an das Virtuelle Kraftwerk?

Bei Wartungsarbeiten oder Ausfällen an der Anlage müssen Sie Ihre Anlage manuell im Kundenportal abmelden. Hintergrund: Für die Funktion des Virtuellen Kraftwerks allgemein und insbesondere für die Bereitstellung von Regelenergie ist es wichtig, den Status jeder vernetzten, stromerzeugenden Anlage zu kennen.

Was bedeutet Direktvermarktung für Wasserkraftanlagen?

Erneuerbare dezentrale Anlagen erhalten derzeit in der Schweiz eine fixe und kostendeckende Einspeisevergütung. Mit der Einführung des Direktvermarktungsmodells ab 2018 müssen die Anlagenbetreiber ihre Stromproduktion prognostizieren, selbst am Markt absetzen und sind bei abweichender Produktion zur Zahlung von Ausgleichsenergie verpflichtet. Wir unterstützen Sie bei der Direktvermarktung, vermarkten Ihre Anlage und übernehmen für Sie die gesamte Abrechnung und sämtliche Bewirtschaftungs-, Ausgleichsenergie- und Währungsrisiken. An der Fahrweise Ihrer Anlage ändert sich nichts.

Welche Wasserkraftwerke sind von der Direktvermarktung betroffen?

Ein Wechsel zur Direktvermarktung ist für bestehende Anlagen mit einer Leistung ab 500 kW verpflichtend. Achtung: Dies kann sich im Rahmen der Diskussionen um die finale Ausgestaltung der Energieverordnung noch ändern.

Wie ändert sich die Vergütung Ihrer Anlage in der Direktvermarktung?

Statt der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) bekommen Sie von der KEV-Vollzugsstelle seit neuestem eine Einspeiseprämie ausbezahlt. Diese berechnet sich aus Ihren bisherigen KEV-Tarifen abzüglich des Marktreferenzpreises, einem quartalsweise gebildeten Durchschnittspreis. Zudem haben Sie Anspruch auf die mit Ihrer Anlage an der Strombörse erzielten Erlöse. Da diese tatsächlichen Erlöse aber vom Marktreferenzpreis abweichen können, besteht die Gefahr, dass Ihre zukünftigen Gesamterlöse unter den heutigen KEV-Erträgen liegen. Nicht jedoch bei uns: Wir zahlen Ihnen in jedem Fall den Marktreferenzpreis, so dass Ihre Erlöse mindestens denen Ihrer heutigen KEV-Vergütung entsprechen. Mindestens, da Sie von uns – je nach Erfolg und Grösse Ihrer Anlage – zusätzlich einen Bonus bekommen

Welche Anlagensteuerungs-, Turbinentyp-, Anlagentypkombinationen sind für SRL bzw. TRL geeignet?

Fast alle Anlagen sind für die Regelenergie geeignet. Bei älteren Anlagen ist es eine Kostenfrage. Neue Wasserkraftanlagen (Hochdruck- und Laufwasseranlagen) sind fast immer gut regelbar. Problematisch sind: Ausleitungskraftwerke (zu langsame Mechanik), Kraftwerke mit mechanischer Pegelregelung und Unterleger Kraftwerke.

Alle drei gängigen Turbinentypen (Peleton, Kaplan, Francis) eignen sich in der RE; Durchströmungsturbinen eignen sich nicht.

Betreffend der Anlagensteuerung können keine allgemeinen Aussagen getroffen werden.

Gibt es Erfahrungswerte hinsichtlich der Kosten für die Anpassung der Anlagensteuerung, sofern diese noch nicht regelenergiefähig ist?

Der Preis für die Anpassungen der Anlagensteuerung kann zwischen 500- 8‘000€ liegen, wobei das Mittel wohl etwa bei 2'500€ liegt.

Wie verändert sich der „Wasserhaushalt“ in der Fließstrecke bei Regelenergieabruf?

Am Wasserdargebot ändert sich nichts; es kommt nur zu einer zeitlichen Verzögerung.

Wie können Wasserkraftwerke mit Niveauregulierung in der SRL gesteuert werden?

Bei Kraftwerken, die über das Niveau geregelt werden, wird im Falle eines Abrufs die Niveauregelung mit einem Sollwert überschrieben. Das Niveau wird sozusagen manipuliert. Wichtig hierbei ist, dass die Anlage das überschüssige Wasser speichern oder anderweitig abtransportieren kann. Nach dem Abruf übernimmt ganz einfach wieder die Niveauregelung.

Steigt die Abnutzung der Maschinen durch den Regelenergieabruf?

Die bisherige Erfahrung unserer Kunden ist, dass sie eine erhöhte Abnutzung gar nicht oder kaum bemerken. Gerade bei Kraftwerken, die nicht komplett abschalten, und dazu gehören in der Regel auch Wasserkraftwerke, sollten die Abnutzungseffekte sehr gering sein.

Welche technischen Voraussetzungen muss die Anlagensteuerung erfüllen, damit die Next Box angeschlossen werden kann?

Sehen Sie hierzu die folgende Anschlussbeschreibung.